- Bastian Nutzinger, 17. März 2010
Ich habe mich neulich mit einem Kollegen, Leiter einer unserer Entwicklungsabteilungen, unterhalten. Es ging generell darum welche Ziele ein Manager haben sollte, welche Ansprüche an Manager gestellt werden.
Im Laufe dieser Diskussion sagte der betreffende Kollege dann folgendes:
Wenn man das hört, stutzt man natürlich erst einmal. Versteh ich das richtig? Will der gefeuert werden? Wenn er überflüssig ist, wird ihn doch niemand beschäftigen...
Tatsächlich aber bringt diese Aussage eine ganze Reihe von Ideen und Zielen kurz und prägnant auf den Punkt.
Schauen wir uns doch erst einmal an, was ein Manager ist. Manager tragen nicht (direkt) zur Produktivität eines Unternehmens bei. Die tatsächliche Leistung, der Mehrwert eines Unternehmens entsteht bei seinen Mitarbeitern, bei den LKW-Fahrern, Programmierern oder Journalisten. Eben bei denjenigen, die letztendlich ein Produkt oder eine Dienstleistung herstellen und anbieten. Alle Personen darum herum, angefangen bei der Reinigungskraft über die Mitarbeiter der Vertriebsabteilung bis hin zu den Leitern und Managern in der Verwaltungsabteilung eines Unternehmens sind, zwar Notwendig, ohne Frage, aber eigentlich Unproduktiv. Dies drückt sich manchmal sogar im Sprachgebrauch aus, im englischen wird die Verwaltung oft auch: "overhead" genannt, also Unkosten oder Gemeinkosten. Ein Manager ist also notwendiges Übel.
Was macht nun also ein Manager? Er entwickelt Visionen und plant die Unternehmensstrategie, ist für die Außenrepräsentation eines Unternehmens zuständig, motiviert die Mitarbeiter, optimiert Work-Flows, delegiert, plant, konsolidiert und so weiter. Klingt alles toll und wichtig, aber wenn man mal die schönen Worte weglässt bleibt eine Kernaussage übrig: Der Manager sorgt dafür, dass die tatsächlichen Leistungsträger eines Unternehmens ihre Arbeit, so effizient wie möglich, erledigen können.
Diese Aufgabe ist keinesfalls trivial und ein guter Manager kann einen enormen Einfluss auf die Produktivität und somit das Unternehmensergebnis haben, weshalb der Job in der Regel ja auch gut bezahlt wird, aber er ist und bleibt trotzdem eine Notwendigkeit, ein Hilfsmittel der eigentlichen Arbeit.
Und das ist etwas, dass man sich als Manager ständig vergegenwärtigen sollte. Wir existieren nicht zum Selbstzweck und sind nicht der Mittelpunkt der Welt. Unser Ziel sollte es sein so unsichtbar wie möglich zu sein. Prozesse und Berichtswege ein zu führen, die unseren Mitarbeitern helfen und sie nicht belasten. Und letztendlich, alles so zu organisieren, dass wir eines Tages gar nicht mehr im Büro auf zu tauchen brauchen.
Klar, dieses Ziel ist nicht endgültig zu erreichen und deswegen werden Manager auch nie überflüssig werden, aber je näher wir an dieses Ziel herankommen, desto besser machen wir unseren Job.