- Bastian Nutzinger, 06. März 2010
Ein Blick aus dem Fenster, auf die verschneite Fußgängerzone Fürths, lässt mich ernsthaft an der Glaubwürdigkeit dieser globalen Erwärmungstheorien zweifeln.
Nein, Scherz beiseite. Tatsache ist doch, so richtig einig sind sich die Wissenschaftler nicht, ob die Erderwärmung nun wirklich stattfindet oder nicht. Immer wieder werden Kritiker laut, immer wieder hört man, dass sich als bestätigt geglaubte Aussagen als unwahr herausstellen. Es scheint, als wäre jede Zahl, jede Theorie offen zur Debatte.
Die Frage ist doch, wie gehen wir als normalsterbliche Nicht-Klima-Forscher, mit der Thematik um. Wenn sich die Profis nicht einigen können, wie können wir eine Seite in dieser Debatte ergreifen?
Nun, ich mag zwar kein Klima-Forscher sein, ich hatte aber schon den ein oder anderen Businessplan in der Hand und auch hier geht es um Szenarien und Unwägbarkeiten, wie das bei der Zukunftsplanung nun mal so ist. Schauen wir uns mal die möglichen Szenarien an:
1) Erderwärmung tritt ein; wir tun nichts
2) Erderwärmung tritt nicht ein; wir tun nichts
3) Erderwärmung tritt ein; wir sind vorbereitet
4) Erderwärmung tritt nicht ein; wir sind vorbereitet
Szenario eins lässt sich recht schnell abhandeln. Die Kurzfassung: Wir sind geliefert. Die Erde wird zur (Eis?-)Wüste alle Menschen sterben. Ende. Wir nennen dieses Szenario mal: "Apokalypse". Ich denke wir sind uns einig, dass das keine Option ist.
Auch zu Szenario zwei brauche ich nicht viel zu sagen. Alles bleibt wie es ist. Alles ist gut. Wir nennen dieses Szenario mal: "Glück gehabt". Entgegen dem ersten natürlichen Reflex, ist aber auch dieses Szenario nicht erstrebenswert. Warum? Ganz einfach: "Hoffnung ist kein Plan". Wollen wir die Zukunft der Welt wirklich dem Zufall überlassen? Ich denke nicht.
Szenario 3 ist offenbar das am weitesten angenommene. Die Erderwärmung tritt ein, wir sind vorbereitet und können die Effekte negieren. Wir nennen das mal "Das Leben geht weiter". Im Großen und Ganzen haben wir nichts gewonnen, aber eben auch nichts verloren. Wirklich erstrebenswert ist dieses Szenario nicht, aber wir können damit alle leben (pun intended).
Und letztendlich Szenario vier. Welches ich persönlich am interessantesten finde, vor allem weil darüber am wenigsten gesprochen wird. Also wir Investieren in nachhaltige Energien, in ökologischere Produktionsketten und bessere Recyclingverfahren, aber es stellt sich heraus, dass globale Erwärmung Humbug ist. Was passiert? Sicher, das Wirtschaftswachstum wird vorrübergehend gebremst, aber langfristig können wir doch nur gewinnen. Globale Erwärmung mag vielleicht umstritten sein, dass die Ressourcen unseres Planeten begrenzt sind ist jedoch Fakt. Wenn wir jetzt sparsamer damit umgehen haben wir länger was davon.
Das finde ich einleuchtend.
Wenn wir in ökologische Technologien investieren können wir nur gewinnen, wenn wir nichts tun können wir nur verlieren.
Hinzu kommt, dass immer mehr Wirtschaftszweige entdecken, dass Ökologie und Ökonomie durchaus Hand in Hand gehen können und sich gegenseitig gut ergänzen. Man denke mal an die Logistik-Branche, hier ist es schnell und einfach erklärt: Ökologischer Fahren heißt weniger CO2 in die Luft blasen, heißt weniger Diesel verbrauchen, heißt weniger für Diesel ausgeben.
Wunderbar, jeder gewinnt.
Worüber diskutieren wir eigentlich noch?